← Blog · Blower Door 28. Juni 2026 · 6 Min. Lesezeit

Luftdichtheitskonzept nach neuer DIN 4108-7: Was Bauherren und Architekten 2026 wissen müssen

Die DIN 4108-7:2026-04 enthält einen neuen Abschnitt zum Luftdichtheitskonzept. Was für Planung, Messzeitpunkt und den Nachweis der Luftdichtheit wichtig ist.

KI-erstellt Verantwortlich: Florian Möllenkamp · Details

Die DIN 4108-7:2026-04 enthält einen neuen Abschnitt zum Luftdichtheitskonzept. Die Ausgabe ersetzt die Fassung von Januar 2011. Eine praktische Planungshilfe bietet die aktualisierte FLiB-Broschüre „Anleitung zum luftdichten Bauen in Neubau und Modernisierung“, die der Verband im Februar 2026 vorgestellt hat. [1, 2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Abschnitt 4 der DIN 4108-7:2026-04 behandelt das Luftdichtheitskonzept. [1]
  • Die FLiB-Anleitung beschreibt Planung, Abstimmung der Gewerke und Überprüfung der Ausführung. [2, 3]
  • § 26 GEG (heute: Gebäudemodernisierungsgesetz, GModG) verweist für die Nachweismessung auf DIN EN ISO 9972:2018-12 Anhang NA. [4]
  • Für den gesetzlichen Nachweis müssen Über- und Unterdruckmessung den jeweiligen Höchstwert einzeln einhalten. [4]
  • Bei der Sanierung zum Effizienzhaus über KfW 261 können Luftdichtheitsmessungen als Teil der Fachplanung und Baubegleitung förderfähig sein. [7, 8]

Was ist ein Luftdichtheitskonzept — und warum brauche ich es?

Nach der FLiB-Anleitung beschreibt das Konzept den Verlauf der Luftdichtheitsebene, die Anschlüsse in ihren Grundzügen, die vorgesehenen Materialien und die Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Die Zuständigkeiten der Gewerke werden im gewerkeübergreifenden Koordinierungsgespräch abgestimmt. [3]

Am Beispiel einer Einfamilienhausmodernisierung führt die Broschüre vom Konzept über die Ausführungsplanung und Beauftragung bis zur gemeinsamen Abstimmung und Kontrolle der Ausführung. Sie richtet sich an Energieberatende, Ausführende, Planer, Architekten und Sachverständige und ist beim FLiB kostenfrei erhältlich. [2, 3]

Planen Sie die Kontrolle mit ein: Der FLiB empfiehlt eine baubegleitende Dichtheitsprüfung, solange die Luftdichtheitsebene noch zugänglich ist. Verkleidungen können Leckagen verdecken. [3]

Was ändert die neue DIN 4108-7 konkret?

Der Änderungsvermerk von DIN Media nennt den neuen Abschnitt 4 zum Luftdichtheitskonzept. Außerdem wurden Flüssigdichtstoffe in Text und Zeichnungen aufgenommen und die Anschlüsse im Metallleichtbau erweitert. [1]

Ein Luftdichtheitskonzept wird auch in den Technischen Mindestanforderungen zum KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ als Aufgabe der Energieeffizienz-Expertin oder des -Experten genannt. Diese Anforderung steht bereits in der Fassung von März 2023. [9]

Wie hängen Luftdichtheitskonzept und Nachweismessung zusammen?

§ 13 GModG verlangt eine dauerhaft luftundurchlässige Ausführung der wärmeübertragenden Gebäudehülle einschließlich ihrer Fugen nach den anerkannten Regeln der Technik. § 26 regelt die Prüfung und Anrechnung der Luftdichtheit im Energienachweis. Daraus folgt keine allgemeine Pflicht zur Messung. [4, 5]

Für die Nachweismessung muss die luftdichte Hülle einschließlich sämtlicher Durchdringungen fertiggestellt sein. Das erläutern der FLiB und die KfW in den Technischen FAQ 16.04. Die ergänzende baubegleitende Prüfung bei noch zugänglicher Luftdichtheitsebene ist eine Empfehlung des FLiB; sie ersetzt in der Regel nicht die Schlussmessung. [3, 6, 10]

Grenzwerte und Messkennzahlen

Bei Prüfung und Anrechnung nach § 26 gelten folgende Höchstwerte. Die Passivhaus-Anforderung steht als gesondertes Kriterium des Passivhaus Instituts daneben. [4, 11]

Gebäude / StandardKennwertHöchstwert
Bis 1.500 m³ Luftvolumen, ohne raumlufttechnische Anlagen50≤ 3,0 h⁻¹
Bis 1.500 m³ Luftvolumen, mit raumlufttechnischer Anlagen50≤ 1,5 h⁻¹
Über 1.500 m³ Luftvolumen, ohne raumlufttechnische AnlageqE50≤ 4,5 m³/(h·m²)
Über 1.500 m³ Luftvolumen, mit raumlufttechnischer AnlageqE50≤ 2,5 m³/(h·m²)
Passivhaus, Kriterium des Passivhaus Institutsn50≤ 0,6 h⁻¹

Der Kennwert qE50 bezieht den Leckagestrom auf die Hüllfläche. Im Prüfbericht stehen die Werte für Unter- und Überdruck sowie der Mittelwert; für den gesetzlichen Nachweis muss jede der beiden Messreihen den Höchstwert einhalten. [4]

Die KfW schreibt keinen eigenen n50-Grenzwert vor. Wird der Dichtheitstest in der Bilanz angesetzt, muss er nachweislich durchgeführt werden. Nach der Förderrichtlinie BEG Wohngebäude vom 17.07.2026 muss die Luftdichtheit für die Stufe EH 40 EE messtechnisch bestimmt werden; Anforderungen an das Ergebnis bestehen nur, wenn die Luftdichtheit in der Berechnung angesetzt wird. Die Anrechnung von Wärmerückgewinnung setzt einen erfolgreichen Dichtheitstest voraus. Maßgeblich sind die Technischen FAQ 16.04 und 8.16. [10]

Wann können Messkosten gefördert werden?

Das KfW-Infoblatt zu förderfähigen Maßnahmen nennt bei der Sanierung sowohl die baubegleitende Leckageortung mittels Luftdichtheitsmessung als auch die Messung im Nutzungszustand. [8]

Bei der Sanierung zum Effizienzhaus mit KfW 261 sind für Fachplanung und Baubegleitung bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 10.000 Euro Kreditbetrag pro Vorhaben mit Erreichen einer neuen Effizienzhaus-Stufe vorgesehen. Der Tilgungszuschuss beträgt 50 Prozent, also höchstens 5.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern sind es 4.000 Euro Kreditbetrag je Wohneinheit, insgesamt maximal 40.000 Euro; daraus ergeben sich höchstens 20.000 Euro Tilgungszuschuss. Diese Angaben betreffen die Sanierungsförderung im Programm 261. [7]

Besprechen Sie den Förderumfang mit Ihrer Energieeffizienz-Expertin oder Ihrem -Experten. Eine Übersicht bietet die Seite Förderprogramme.

Planung und Messung aufeinander abstimmen

Nehmen Sie das Luftdichtheitskonzept in die Beauftragung auf und klären Sie die Zuständigkeiten für Anschlüsse und Durchdringungen. Vereinbaren Sie den Zeitpunkt einer baubegleitenden Prüfung und der Schlussmessung. Den Umgang mit Gebäudeöffnungen sollten Sie vorab mit dem Messdienstleister abstimmen: Der nationale Anhang NA enthält dafür Präparations-Checklisten. [3, 6]

Für Ihr Vorhaben können Sie den Blower-Door-Test in Hamburg und eine unabhängige Energieberatung anfragen. Konkrete Projektfragen können Sie über Kontakt stellen.

Quellen

  1. DIN Media: DIN 4108-7:2026-04, Status und Änderungsvermerk
  2. FLiB: Vorstellung der aktualisierten Broschüre, Februar 2026
  3. FLiB: Anleitung zum luftdichten Bauen in Neubau und Modernisierung, Stand November 2025
  4. § 26 GModG: Prüfung der Dichtheit eines Gebäudes
  5. § 13 GModG: Dichtheit
  6. FLiB: Neues Gesetz – neue Messnorm
  7. KfW: Merkblatt Wohngebäude – Kredit 261, gültig ab 24.09.2026
  8. KfW: Förderfähige Maßnahmen und Leistungen – Sanieren, Version 11.0, Nr. 6.1.1 und 6.1.5
  9. KfW: Technische Mindestanforderungen Klimafreundlicher Neubau, Stand März 2023
  10. KfW: Technische FAQ, Version 7.0, Dezember 2025, Nr. 8.16 und 16.04
  11. Passivhaus Institut: Gebäudestandard Passivhaus

Häufige Fragen

Ist die neue DIN 4108-7 veröffentlicht und was ändert sich?

Die DIN 4108-7:2026-04 ist veröffentlicht und gültig. Sie ersetzt die Ausgabe Januar 2011. Neu ist Abschnitt 4 zum Luftdichtheitskonzept; außerdem wurden Flüssigdichtstoffe aufgenommen und die Anschlüsse im Metallleichtbau erweitert. Quelle: DIN Media, Änderungsvermerk.

Welche Grenzwerte gelten für den gesetzlichen Nachweis?

Nach § 26 GEG (heute: Gebäudemodernisierungsgesetz, GModG) gelten bei Prüfung und Anrechnung bis 1.500 m³ Luftvolumen n50 ≤ 3,0 h⁻¹ ohne und ≤ 1,5 h⁻¹ mit raumlufttechnischer Anlage. Über 1.500 m³ gelten hüllflächenbezogen qE50 ≤ 4,5 beziehungsweise ≤ 2,5 m³/(h·m²). Im Prüfbericht stehen die Werte für Unter- und Überdruck sowie der Mittelwert; für den gesetzlichen Nachweis muss jede der beiden Messreihen den Höchstwert einhalten.

Welchen n50-Wert verlangt die KfW für ein Effizienzhaus 40?

Die KfW schreibt keinen eigenen n50-Grenzwert vor. Wird der Dichtheitstest in der Energiebilanz angesetzt, muss er durchgeführt werden; es gelten die Höchstwerte nach § 26 GModG (Technische FAQ 16.04). Nach der Förderrichtlinie BEG Wohngebäude vom 17.07.2026 muss die Luftdichtheit für die Stufe EH 40 EE messtechnisch bestimmt werden; Anforderungen an das Ergebnis bestehen nur, wenn die Luftdichtheit in der Berechnung angesetzt wird. Der Ansatz der Wärmerückgewinnung setzt nach FAQ 8.16 einen erfolgreichen Dichtheitstest voraus.

Wie wird die Baubegleitung bei KfW 261 gefördert?

Bei der Sanierung zum Effizienzhaus sind für Fachplanung und Baubegleitung durch eine Energieeffizienz-Expertin oder einen -Experten bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 10.000 Euro Kreditbetrag je Vorhaben mit Erreichen einer neuen Effizienzhaus-Stufe vorgesehen. Der Tilgungszuschuss beträgt 50 Prozent, maximal 5.000 Euro. Bei Mehrfamilienhäusern gelten 4.000 Euro Kreditbetrag je Wohneinheit, insgesamt höchstens 40.000 Euro, und damit maximal 20.000 Euro Tilgungszuschuss. Quelle: KfW-Merkblatt 261.

Wann sollte die Luftdichtheit geprüft werden?

Für den Nachweis muss die luftdichte Gebäudehülle einschließlich aller Durchdringungen fertiggestellt sein (KfW Technische FAQ 16.04). Der FLiB empfiehlt ergänzend eine baubegleitende Prüfung, solange die Luftdichtheitsebene noch zugänglich ist. Diese ersetzt in der Regel nicht die Schlussmessung.

Transparenzhinweis (Art. 50 EU-KI-Verordnung): Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und automatisiert veröffentlicht. Fachlich verantwortlich: Florian Möllenkamp, M-tectum Energieberatung. Maßgeblich sind im Zweifel die offiziellen Quellen (z. B. KfW, BAFA, Gesetzestext).
Luftdichtheitskonzept DIN 4108-7 Blower Door Luftdichtheit DIN EN ISO 9972 GModG KfW
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Florian Möllenkamp
Energieberater · Gebäudemesstechnik · seit 2006
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