Für die Siegelanforderung der KfW-Förderstufe „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG“ genügt QNG-PLUS. QNG-PREMIUM erweitert den Kreditrahmen nicht. Beide Niveaus verlangen eine Ökobilanz, unterscheiden sich aber bei den Anforderungen. Grundlage dieses Vergleichs sind das KfW-Merkblatt 297/298 und die Gebäudeanforderungen des QNG.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Wohngebäude setzt QNG-PLUS unter anderem höchstens 24 kg CO₂-Äquivalente und 96 kWh nicht erneuerbare Primärenergie je Quadratmeter und Jahr im Gebäudelebenszyklus voraus.
- Bei QNG-PREMIUM liegen diese Höchstwerte bei 20 kg CO₂-Äquivalenten und 64 kWh.
- In der KfW-Stufe „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG“ sind mit beiden Niveaus bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit möglich.
- Unterschiede bestehen auch bei nachhaltiger Materialgewinnung, Schadstoffvermeidung und Barrierefreiheit.
Quellen: QNG-Handbuch, Anlage 3 und KfW-Merkblatt 297/298.
Was ist QNG?
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist ein staatliches Gütesiegel. Es wird in den Anforderungsniveaus QNG-PLUS und QNG-PREMIUM vergeben. Für Wohngebäude gibt es die Siegelvariante QNG-WG23, für Nichtwohngebäude QNG-NW23.
Akkreditierte Zertifizierungsstellen prüfen und vergeben das Siegel. Für Wohngebäude sind unter anderem die Bewertungssysteme DGNB, BNK/BiRN, NaWoh und LNB_QNG registriert. Quelle: QNG, Siegelvarianten und registrierte Systeme.
Die Anforderungen für Wohngebäude im Vergleich
Die Ökobilanz erfasst die Treibhausgasemissionen und den nicht erneuerbaren Primärenergiebedarf im Gebäudelebenszyklus nach den QNG-Bilanzregeln für Wohngebäude.
| Kriterium | QNG-PLUS | QNG-PREMIUM |
|---|---|---|
| Treibhausgasemissionen im Gebäudelebenszyklus | Höchstens 24 kg CO₂e/(m²·a) | Höchstens 20 kg CO₂e/(m²·a) |
| Nicht erneuerbarer Primärenergiebedarf im Gebäudelebenszyklus | Höchstens 96 kWh/(m²·a) | Höchstens 64 kWh/(m²·a) |
| Anteil nachhaltig gewonnener, neu eingebauter Hölzer, Holzprodukte und Holzwerkstoffe | Mindestens 50 Prozent | Mindestens 80 Prozent |
Diese Werte sind Teil der Anforderungen und reichen allein nicht für die Vergabe des Siegels. Maßgeblich ist Anlage 3 zum QNG-Handbuch, insbesondere ANF1-WG2 und ANF2-WG1.
Schadstoffvermeidung und Barrierefreiheit
Bei QNG-PLUS sind die bauausführenden Firmen vertraglich auf die QNG-Anforderungen zur Schadstoffvermeidung zu verpflichten; sie müssen deren Einhaltung erklären. Bei QNG-PREMIUM ist die Erfüllung für alle neu eingebauten Materialien und Produkte nachzuweisen.
Bei Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten verlangt QNG-PLUS für mindestens 80 Prozent der Wohnungen das Niveau „ready besuchsgeeignet“. Bei QNG-PREMIUM müssen alle Wohnungen das Niveau „ready plus“ erfüllen.
Quelle: QNG-Handbuch, Anlage 3: Schadstoffvermeidung und Barrierefreiheit.
Welche Rolle spielt die KfW-Förderung?
Die KfW-Programme 297/298 unterscheiden unter anderem zwischen den Stufen „Klimafreundliches Wohngebäude“ und „Klimafreundliches Wohngebäude – mit QNG“. Der Kreditrahmen beträgt bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit ohne QNG und bis zu 150.000 Euro in der Stufe mit QNG. Für deren Siegelanforderung werden sowohl QNG-PLUS als auch QNG-PREMIUM anerkannt.
Für diese beiden Förderstufen ist eine Ökobilanz erforderlich. Quelle: KfW-Merkblatt 297/298.
Für die Begleitung der Stufen „Klimafreundliches Wohngebäude“ mit und ohne QNG müssen Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten seit dem 1. Juli 2025 die LCA-Zusatzqualifikation und den entsprechenden Eintrag in der Expertenliste nachweisen. Quelle: Energieeffizienz-Expertenliste, Meldung zur LCA-Qualifikation.
Gesetzliche GWP-Berechnung: Die Termine der EPBD
Artikel 7 Abs. 2 der EU-Gebäuderichtlinie sieht vor, das Lebenszyklus-Treibhauspotenzial zu berechnen und im Energieausweis offenzulegen:
- ab dem 1. Januar 2028 für neue Gebäude mit einer Nutzfläche von mehr als 1.000 m²,
- ab dem 1. Januar 2030 für alle neuen Gebäude.
Quelle: Richtlinie (EU) 2024/1275, Artikel 7 Abs. 2.
Wie sollten Bauherren entscheiden?
Wenn es Ihnen um den Kreditrahmen der KfW-Stufe mit QNG geht, können Sie QNG-PLUS als Planungsziel zugrunde legen. Prüfen Sie QNG-PREMIUM, wenn Sie die weitergehenden Anforderungen ausdrücklich zum Projektziel machen möchten.
Vergleichen Sie dafür die Ökobilanz, die geplanten Materialien und die Anforderungen an Barrierefreiheit und Nachweise. Legen Sie das angestrebte Niveau gemeinsam mit den Planungsbeteiligten früh fest.
Planung und Antrag vorbereiten
Für die KfW-Stufe mit QNG sind eine Beraterin oder ein Berater für Nachhaltigkeit und eine QNG-Zertifizierungsstelle einzubinden. Stimmen Sie mit diesen Beteiligten die Dokumentation und den Ablauf ab.
Der Förderantrag muss vor Vorhabenbeginn bei der KfW eingehen. Als Vorhabenbeginn gilt grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags. Verträge mit einer aufschiebenden Bedingung der Förderzusage können vor Antragstellung zulässig sein. Klären Sie die Vertragsgestaltung mit Ihrem Finanzierungspartner.
Die förderfähigen Kosten können Fachplanung und Baubegleitung einschließlich Dienstleistungen für Lebenszyklusanalyse und Nachhaltigkeitszertifizierung umfassen. Quelle: KfW-Merkblatt 297/298.
Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten zur Energieberatung und zu Förderprogrammen.